Vereinsausflug 2017

Vereinsausflug 2017

Unser Ausflug zum Wildwald Voßwinkel

Im Jahr 2016 haben wir beschlossen, einmal jährlich mit den Mitgliedern unseres Fördervereins und des Arbeitskreises Wildpark einen Ausflug zu unternehmen.

Eines der Ziele des Fördervereins ist die Aufklärung der Allgemeinheit über Naturschutz und Landschaftspflege. Wir möchten unseren Mitgliedern, interessierten Bürgern und Kindern nützliches und interessantes Wissen über die Flora und Fauna unserer Region vermitteln. Denn gerade für Kinder ist es von unschätzbarem Wert, Tiere und Pflanzen nicht nur am Fernseher, sondern hautnah in der Natur zu erleben. Um dieses Wissen zu erlangen, könnten wir Fachbücher wälzen. Doch wir haben uns dazu entschlossen, gemeinsam andere Wild- oder Vogelparks zu besuchen und uns dort unter sachkundiger Führung die Tier- und Pflanzenwelt erklären zu lassen und sie live zu erleben. Als Ziel für den ersten Vereinsausflug haben wir den Wildwald Voßwinkel ausgewählt.

 

Hintergrundwissen: Wildwald Voßwinkel

Seit 2006 wird der Wildwald von Franziskus Freiherr von Ketteler geleitet. Er ist Hausherr auf Schloss Höllinghofen und Hauptgeschäftsführer sowie Mitinhaber des Wildwaldes. Im November 2007 gründete seine Frau IIdikó von Ketteler-Boeselager die Lüerwald-Stiftung. Ziel der Stiftung ist es, die Existenz des Wildwaldes und der Waldakademie Voßwinkel zu sichern. Den Betreibern des Parks ist es ein wichtiges Anliegen, einen Mittelweg zwischen Nutzung und Schutz der Natur zu finden. Sie sind bestrebt, naturnahe Forstwirtschaft, sanften Tourismus und pragmatischen Naturschutz miteinander zu verbinden. Das Areal umfasst rund 680 Hektar. Davon sind ca. 250 Hektar für den Waldbesucher erschlossen. Zu den Tierarten vor Ort zählen Rotwild, Muffelwild, Wildschweine, Waschbären, Marderhunde und Eulen. Hinzukommen unter anderem Hausschafe, Minischweine, Ziegen, Gänse und Enten. Mitten im Wald liegt der historische Haarhof. Dort werden seltene Nutztierrassen gehalten.

Am 30. Juli 2017 war es dann soweit. Zahlreiche Mitglieder waren der Einladung gefolgt. Nach einer interessanten Einführung zur Geschichte des Wildparks begann die Führung am Gehege der Eichhörnchen. Hier hüpften die kleinen Kerlchen munter umher. Ob es wohl wieder eine Nuss zu ergattern gab?

Weiter ging es zu den Uhus. Noch bevor wir das eigentliche Ziel erreichten, empfingen uns auf der rechten Seite laut schnatternd die Gänse.

Von der linken Seite grunzten uns die Minischweine an. Das sollten Minischweine sein? Kaum zu glauben. Dank guter Fütterung und bester Pflege hatten sie es zu einer stattlichen Größe gebracht.

Große Augen machten wir, als wir bei den Uhus angekommen waren. Für alle Teilnehmer war es beeindruckend, einen Uhu aus nächster Nähe zu beobachten.

 

Hintergrundwissen: Uhu

Der Uhu ist eine Vogelgattung aus der Familie der Eulen. Kaum zu glauben, aber Eulen können ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen, ohne dass sie ihre Körperhaltung verändern müssen. Auffällig sind die Größe des Uhus, die bis zu 8 cm langen Federohren und die kräftigen Krallen. Die Größe beträgt bei den Männchen um die 65 cm und bei den Weibchen sogar um die 70 cm. Die Spannweite beträgt bis zu 170 cm. Der Uhu ist damit die größte einheimische Eule.

Das nächste Ziel war das Rotwildgatter. Auf dem Weg dorthin gab es eine interessante „Lektion“ zur Brennnessel. Wir erfuhren, wie wir ein frisch gepflücktes Brennnesselblatt essen könnten, ohne uns zu „verbrennen“. Denn wird das Blatt von unten nach oben gestrichen, brechen die Brennhaare nicht ab und verursachen demzufolge keinen Juckreiz und keine „Verbrennungen“. Ein Blatt kann man mit der Unterseite auf die Handfläche legen, es etwas falten und kurz und kräftig reiben. Auch auf diese Weise verlieren die Brennhaare ihre Wirkung. Diese Angaben sind allerdings ohne Gewähr.

 

Hintergrundwissen: Brennnessel

Die Brennnessel ist eine unscheinbare Pflanze mit großer Heilkraft. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Brennnessel Arthrose, Arthritis, Prostatabeschwerden und Blasenprobleme lindern sowie entzündliche Darmerkrankungen positiv beeinflussen kann. Und warum brennen Brennnesseln? Die Blätter der Brennnessel sind herzförmig, am Rand sind sie leicht gezahnt und mit vielen kleinen Härchen, den sogenannten Brennhaaren / Nesselhaaren, übersät. Selbst bei leichter Berührung brechen diese ab und injizieren ihr „Gift“ in die Haut. Das Gift verursacht schmerzhafte und juckende Bläschen.

 Als wir am Rotwildgatter angekommen waren, stand das imposante Rotwild bereits in Sichtweite vor uns.

Neben dem Rotwild wird in dem Gatter auch Muffelwild gehalten. Wir konnten beobachten, wie beide Wildarten in Eintracht auf dem weitläufigen Gelände ästen.

 

Hintergrundwissen: Muffelwild

Das Europäische Muffelwild hat seinen Ursprung im vorderasiatischen Raum. In Deutschland begann die Einbürgerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts – 1902 im schlesischen Eulengebirge, 1903/04 in der Lüneburger Heide sowie 1906 im Ostharz. Muffelwild gehört zur Familie der Hornträger. Das Horn wird als Schnecke bezeichnet. Die Schneckenlänge kann bis zu 80 cm betragen.

Von dort aus ging es weiter zu den Wildschweinen. Der Weg führte teilweise direkt durch das Wildschweingatter. Es dauerte nicht lange, bis wir einige Exemplare aus nächster Nähe beobachten konnten. Wir erfuhren nicht nur viel über die Lebensweise der Wildschweine, wir konnten sie sogar riechen. Und so platze es auch gleich aus einem unserer jungen Teilnehmer heraus: „Hier stinkt es ja nach Maggi.“

Nach einem weiteren Spaziergang durch den Wildwald wurde es dann nochmals richtig spannend. Der Weg führte uns zum Gehege der Waschbären und Marderhunde.

Hintergrundwissen: Marderhund

Der Marderhund (auch Enok genannt) stammt aus Ostasien und wurde in der damaligen UdSSR ausgesetzt. Der Marderhund wurde als Pelztier zwischen 1928 und 1955 in hohen Stückzahlen in der Ukraine angesiedelt. Von dort hat er sich nach Westen ausgebreitet. Seit 1960 breitet sich der Marderhund in Deutschland aus. Er wiegt zwischen vier und fünf Kilogramm. Vom Aussehen her ähnelt er einer Mischung aus Marder und Hund. Daher erklärt sich sein Name. Der Marderhund besiedelt vorwiegend Au- und Mischwälder im Flachland, Schilfbestände an Gewässern und dringt mittlerweile auch in die Feldflur vor. Er ist vorwiegend nachtaktiv und ruht tagsüber in Erbauen. Marderhunde sind Allesfresser. Sie fressen unter anderem Insekten, Mäuse, Vogeleier, Jungvögel, Lurche, Fische und Schnecken, aber auch Eicheln, Nüsse, Beeren und Obst.  

Alles hat einmal ein Ende. So auch diese interessante und lehrreiche Führung. Nach der Fülle von Informationen, Eindrücken und zurückgelegten Kilometern tat es gut, den Ausflug mit einer Tasse Kaffee entspannt zu beenden. Alle Teilnehmer waren sich einig: „Der Wildwald Voßwinkel ist einen Ausflug wert.“

Bleibt die spannende Frage: „Wo führt uns der nächste Ausflug hin?“ Eines können wir schon mal verraten: Es wird wieder ausgesprochen interessant.

Sie möchten beim nächsten Ausflug mit dabei bei? Dann werden Sie jetzt Mitglied im Förderverein.

Hier können Sie den Mitgliedsantrag bequem herunterladen.

 

Sie haben Fragen?

Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Wir freuen uns auf Sie.

Fotos von Alexandra und Mark Essert