Schafe

Schafe

Im Wildpark werden in einem eigenen Gatter unterschiedliche Hausschafrassen und Ziegen gehalten. Im Notfall wird auch mal ein „Pflegefall“ aufgenommen. Hier kann dann der Neuankömmling die friedliche Gemeinschaft mit den anderen Schafen und Ziegen genießen und bestens genesen.

Bender Fotografie

Zur Entwicklungsgeschichte der Schafe ein kleiner Auszug aus dem Fachbuch „Praktische Schafhaltung“, Hausausgeber Dr. Christian Mendel (Verlag Eugen Ulmer, 2008):

Seit der letzten Eiszeit haben sich Wildschafe bzw. eine Vielzahl von Unterarten über weite Gebiete der nördlichen Erdkugel verbreitet. d. h. zwischen nördlichem Wendekreis und nördlichem Polarkreis. Sie unterscheiden sich von den ebenfalls weit verbreiteten Ziegen u. a. durch Drüsen unterhalb der Augenwinkel und zwischen den Klauen. Das Haarkleid und die Hornbildung sind dagegen kein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal; denn es gibt auch Wollziegen (Angora), die die geschätzte Mohairwolle liefern.

 Nach dem  heutigen Stand der Domestikationsforschung zählen Schafe und Ziegen mit zu den ältesten Haustieren, wie Knochenreste im Vorderen Orient (ca. 9000 v. Chr.) beweisen.

 Als Stammformen der Hausschafe kommen infrage:

  • Das vorderasiatische Mufflon aus der Gruppe der Mufflons mit seinem grannenartigen, groben Haarkleid und feiner Unterwolle im Winter wird nach neusten Erkenntnissen als die Urform aller Hausschafe angesehen. Das europäische Mufflon ist wahrscheinlich eine frühe Domestikationsform.
  • Der Arkal aus der Gruppe der Urials, ein westasiatisches Steppenschaf, hat höchstens einen untergeordneten Anteil beigetragen.

Interessant zu wissen: In den Anfangsjahren des Wildparks Völlinghausen wurde im Gatter neben Rotwild auch Muffelwild gehalten.  Das Europäische Muffelwild hat seinen Ursprung im vorderasiatischen Raum;  es ist der kleinste Vertreter der zahlreichen Arten und Unterarten der Wildschafe. In Deutschland begann die Einbürgerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts – 1902 im schlesischen Eulengebirge, 1903/04 in der Lüneburger Heide sowie 1906 im Ostharz. Muffelwild gehört zur Familie der Hornträger. Das Horn wird als Schnecke bezeichnet. Die Schneckenlänge kann bis zu 80 ca. betragen.

Beim Muffelwild besteht leider die Gefahr eines durch Bakterien und Keime verursachten schnabelschuhartigen Auswachsens der Schalen. Eine Behandlung der Erkrankung ist bei Muffelwild selbst in einem Wildpark sehr schwierig und aufwendig. Denn im Europäischen Muffelwild steckt noch mehr vom „Wild“-schaf als beim Hausschaf.  Vorsorglich hatte man daher auf die weitere Haltung von Muffelwild verzichtet.

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Schafe gehören aber einfach dazu. Und wenn schon kein Muffelwild, dann sollten zumindest Hausschafe einen Platz im Wildpark haben. Daher wurde seinerzeit ein eigenes Gatter mit Stall für Hausschafe und Ziegen angelegt.

Die Hausschafe werden von Mitgliedern des Arbeitskreises Wildpark artgerecht gefüttert, geschoren und mindestens zweimal im Jahr werden die Klauen gepflegt. Näheres finden Sie dazu im Artikel Klauenpflege.