Klauenpflege

Klauenpflege und Klauenkrankheiten

Ein besonderes Anliegen der ehrenamtlichen Helfer des Arbeitskreises Wildpark ist es, dass die Tiere des Wildparks Völlinghausen gesund sind und sich wohlfühlen. Um dies zu gewährleisten, gehört die regelmäßige Kontrolle und Pflege der Klauen zu einer wichtigen Aufgabe der Arbeitskreismitglieder.

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Das Horn der Schafklaue wächst ca. 3-5 Millimeter im Monat. In der Koppelhaltung nutzt sich das Horn nur wenig ab. Kommt es zu einem ungenügenden Klauenabrieb, tritt bei den Schafen und Ziegen ein Fehlwachstum der Klaue auf. Die äußere Klauenwand biegt sich bei mangelnder Abnutzung um und legt sich über Sohlenhorn und Ballen. Schmutz füllt den Hohlraum zwischen Sohle und umgeklappter Klauenwand – ein idealer Nährboden für Bakterien.

 

Die richtige Pflege der Klauen

Ob ein Klauenschnitt erforderlich ist, lässt sich anhand der Form des Hornschuhs beurteilen. Damit bezeichnet man die äußere Schicht der Klaue. Wölbt sich der Tragerand bereits um die Sohle nach innen oder sind die Klauenspitzen nach vorne gewachsen und aufgebogen, ist das Zurückschneiden der Klaue bereits überfällig und ein Muss. Bei normaler Klauenabnutzung wird die Klauenpflege alle 3-4 Monate durchgeführt, mindestens jedoch zweimal jährlich.

Als Schneidwerkzeug eignen sich spezielle Klauenmesser mit gebogener Klinge. Aber auch ein scharfes Taschenmesser kann gute Dienste leisten. Klauenscheren eignen sich besonders bei harten und langen Klauenspitzen. Desinfektionsspray für eventuelle Verletzungen gehört griffbereit zur Ausstattung.

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Vor dem Schneiden wird die Klaue, insbesondere der Klauenspalt, gesäubert. Beim Klauenschnitt wird darauf geachtet, dass Tragerand, Sohle und Ballen eine Auftrittsfläche bilden. Das ist eine Grundvoraussetzung für eine korrekte Stellung der Gliedmaßen der Tiere.

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Regelmäßige und fachgerechte Klauenpflege beugt somit Fehlstellungen vor und vermindert so die Gefahr des Eindringens von Schmutz und Bakterien über Risse und Spalten in die Klaue. Mit einer regelmäßigen Klauenpflege können Klauenkrankheiten vermieden und vorgebeugt werden.

 

Erkrankungen der Klauen

Erkrankungen im Klauenbereich treten bei Schafen häufiger auf als bei Ziegen. Klauenerkrankungen bei Schafen werden meist durch infektiöse Erreger, hauptsächlich Bakterien, verursacht. Hierbei ist besonders die sogenannte Moderhinke zu nennen.

Moderhinke ist eine ansteckende und für die Tiere sehr schmerzhafte Klauenerkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zur Lösung des Klauenhorns im Zwischenklauen- und Ballenbereich. In schweren Fällen kann sich das ganze Klauenhorn ablösen. Dies wird als „Ausschuhen“ bezeichnet.

Moderhinke wird durch das Bakterium Dichelobacter nodosus verursacht. Ferner ist an der Entwicklung der Krankheit das Bakterium Fusobacterium necrophorum beteiligt. Dieses Bakterium ist überall im Erdboden vorhanden, löst aber die Krankheit selbst nicht aus.

Hauptansteckungsquelle sind erkrankte Schafe, die zu der Herde hinzugenommen werden. Von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch dauert es in der Regel 2-3 Wochen. Hohe Temperaturen, feuchter Boden / Nässe, eine hohe Anzahl von Tieren auf kleiner Fläche (hohe „Besatzdichte“), Verletzungen im Zwischenklauenbereich und fehlende und / oder unzureichende Klauenpflege können die Entwicklung der Krankheit beschleunigen.

Damit es erst gar nicht dazu kommt, wird im Wildpark Völlinghausen regelmäßig kontrolliert und die Klauen werden regelmäßig geschnitten. Denn mit gesunden und korrekt geschnittenen Klauen fühlen sich die Schafe und Ziegen wohl und werden Ihnen als Besucher durch ihre lebhafte Art viel Freude bereiten.

 

Interessant zu wissen:

Um den Abrieb des Horns zu fördern, sind im Schaf- und Ziegengehege im Zaunbereich Platten verlegt worden, ein Steinhaufen aufgeschüttet und eine Fläche mit groben Steinen angelegt worden.

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Bei Hirschen sind Klauenprobleme glücklicherweise sehr selten. Klauenproblemen wird auch hier vorgebeugt, indem das Gehege im Bereich des Zauns mit Platten ausgelegt ist. Darauf werden die Schalen regelmäßig abgerieben.